Naturschutz & Gemeindearbeit

Geparden Artenschutz

Der Gepard, eine der weltweit faszinierendsten und schönsten Raubkatzen, ist in Gefahr. Er ist das schnellste Landsäugetier der Welt und kann eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h erreichen. Unglücklicherweise bevorzugen Geparden ein grosses, offenes und flaches Terrain um mit voller Geschwindigkeit zu jagen. Das bedeutet, dass sie manchmal auf Farmland umherziehen und dort für immer “entfernt” werden. Der Verlust von Lebensraum und die schlechte Fortpflanzungsrate, verursacht durch den kleinen Genpool, hat die Anzahl von Geparden weltweit auf weniger als 10.000 Exemplare reduziert.

Makutsi Cheetah

Unser Ziel ist es, die Menschen darüber zu informieren, warum der Gepard gefährdet ist und zu lernen, wie wir uns um die Umwelt und das ökosystem kümmern können, damit die weitere Verschmutzung und die Vernichtung ihres Lebensraums verhindert wird. Durch Umweltbildung hoffen wir, unseren Gästen nachhaltiges Wissen zu vermitteln, das Verhalten, das zu der Gefährdung dieser Raubtierart geführt hat, langfristig zu verändern und die Geparden vorm Aussterben zu retten.

Makutsi Cheetah research drive

Nur einige Gründe, warum Geparden gefährdet sind:

  • Fehlendes Wissen der Menschen über Raubkatzen; viele töten Raubtiere aus Angst
  • Verlust von Lebensraum und Beutetieren durch Umwandlung von Land in Farmland
  • Verfolgung durch Farmer als Schädlinge oder Viehbestand-bedrohende Problemtiere
  • Verringerung der Gesamtpopulation durch Inzucht und kleinen Genpool
  • Hohe Nachwuchssterblichkeit
  • Erschwerte Bedingungen in National Parks oder Privatreservaten zu überleben durch die Präsenz von grösseren Raubtieren.

EWT Geparden Meta-Population und Makutsi

Makutsi Safari Farm arbeitet eng mit dem Endangered Wildlife Trust (EWT) zusammen, um vorhandenes Genmaterial von in Gefangenschaft lebenden Geparden zu verbreiten und um eine genetische Vielfalt durch das EWT Geparden Meta-Populations-Programm zu sichern. Geparden haben einen kleinen Genpool, durch den sie einem hohen Risiko von Krankheiten ausgesetzt sind, die zum Tode führen und eine ganze Population eliminieren können. Die Verteilung in viele Sub-Populationen hilft, das Verbreiten von Krankheiten zu verhindern, da nur gesunde Tiere von einem Reservat zum anderen gebracht werden.

 Makutsi Cheetah research

Aktuell haben wir auf Makutsi ein Gepardenweibchen und einen männlichen Geparden. Wir hoffen das sie uns bald mit neuen Jungtieren überraschen. Wenn die Jungen ein Alter von ca. zwei Jahren erreicht haben, werden sie innerhalb der Meta-Population in ein anderes Reservat gebracht, um die Gene zu verbreiten und um Inzucht zu verhindern. EWT modifiziert kontinuierlich die eigene Gen-Datenbank aller Cheetahs der Meta-Popultion und ist dafür zuständig, ein passendes neues Zuhause für die Geparden zu finden. Dabei müssen die Gene der anderen im Reservat lebenden Geparden berücksichtigt werden.

Collecting data

Als Gast auf Makutsi haben Sie die Möglichkeit, mit einem unserer Guides des Geparden-Programms auf Fahrt zu gehen und dabei alles über Geparden und den Artenschutz zu lernen. Unsere beiden erwachsenen Geparden tragen Sender, die es uns erlauben, ihre Bewegungen festzuhalten sowie ihr Fressverhalten und ihre liebsten Plätze im Reservat zu dokumentieren. So ist es uns möglich, das tägliche Leben unserer Geparden zu verfolgen.

Ausdünnen des Busches

Auf der nördlichen Seite des Reservats (nördlich der Schotterpiste) sind keine Elefanten eingeführt worden, da sie grosse Massen an Grün fressen und bis zu 200kg Futter pro Tag benötigen. Die Tatsache, dass sie wahllos in ihrer Futtersuche sind und zudem Gras fressen, macht sie zu Konkurrenten der Nashörner, von denen Makutsi zahlreiche auf der Nordseite hat.
 Ohne eine Elefanten-Population kann die Vegetation sehr dicht werden. Dies führt zu Problemen, da es nicht nur erschwert, Tiere zu sehen, sondern auch die Landschaft verändert, indem dichte, undurchdringliche Vegetation das Licht abschneidet, das das darunterliegende nahrhafte Gras für den Wachstum benötigt.

Einige Baum- und Buscharten neigen eher dazu, den Lebensraum in der oben beschriebenen Weise zu verändern. Wir nennen diese “Invasive species”, was soviel bedeutet wie aggressive Spezien. Makutsi überprüft regelmässig die Vegetation und bewertet ihren Zustand. Wenn notwendig wird ein Team rausgeschickt, um die Vegetation auszudünnen. Dabei wird gezielt nur nach den aggressiven Spezies geschaut. Die abgeschnittenen äste und Zweige werden wie eine Decke auf der Erde zurückgelassen, so dass Grassamen sich darin verfangen können und wachsendes Gras vorm übermässigen Abfressen geschützt ist. Diese Massnahme nennen wir “Brush Packing” (Brush=Unterholz).

Erosion

Erosion nennt man den Prozess, bei der die wertvolle obere Erdschicht verloren geht bzw durch natürliche Elemente wie Wind und Regen weggeweht oder -gespült wird. Normalerweise wird dies durch unverantwortliche Landwirtschaft und durch zuviel Abgrasen verursacht, kann aber bis zu einem bestimmten Grad auch natürliche Gründe haben. Der Verlust von Vegetation führt oft zu Erosion, so dass es besser ist, vorzusorgen und sich vorab um die Natur zu kümmern, als im Nachhinein Schadensbegrenzung zu betreiben.

Makutsi achtet sehr auf jede Erosion, die im Reservat vorkommt, ob im Busch oder entlang der Wege, die durch das Reservat führen. Die Erosion von Wegen ist die Hauptart von Erosion auf Makutsi. Wasser kann leicht über die Strassen abfliessen, da diese von Vegetation gesäubert worden sind. Abschüssige Strassen müssen mit sogenannten “bolsters” (aufgeschütteten Bodenschwellen) ausgestattet werden, um das Wasser von der Strasse in den Busch umzuleiten. Dies verlangsamt die Erosionswirkung von fliessendem Wasser.

Makutsi fence repair

Manche Sorten Erde sind mehr anfällig für Erosion. Sand wird durch seine lose Konsistenz eher abgetragen. Es ist daher nie eine gute Idee, Vegetation in einer sandigen Gegend auszudünnen oder eine Strasse hierdurch zu legen. Lehmige Erde wird pappig durch Regen. Sie ist zwar weniger von Erosion betroffen, weil die Erdpartikel zusammenkleben, trotzdem kann das Abtragen der Erde verursacht werden, wenn man während oder nach dem Regen durchfährt. Um Erosion in diesen Gegenden zu verhindern, ist man bemüht, den Schaden durch Reifenspuren unmittelbar zu reparieren und besonders nach Regen nicht abseits der Wege auf lehmiger Erde zu fahren. Steinige Erde ist aufgrund ihrer Partikelgrösse am wenigsten von Erosion betroffen.

Der beste Weg um Erosion zu bekämpfen ist, den Wachstum von Vegetation in den betroffenen Gegenden zu fördern. Dies geschieht, indem man Steine und/oder äste (brush packing) in Erosionskanäle packt, um den Fluss des Wassers zu verlangsamen und Erde und Samen aufzufangen.

Einheimische und fremdartige Pflanzen

Einheimische Pflanzen sind Pflanzen, die natürlicherweise im Reservat vorkommen. Makutsi nimmt am Arbor Day (Baumtag) teil, bei dem jedes Jahr vom 1-7 September in Zusammenarbeit mit dem Karongwe Wildreservat 10 einheimische Bäume pro Lodge gekauft und im Reservat gepflanzt werden.

 Invasive plant clearing

Result of invasive clearing

Fremdartige Pflanzen sind das genaue Gegenteil von einheimischen. Sie kommen nicht natürlicherweise vor, sondern sind von Menschen eingeführt worden. Diese Pflanzen stechen die einheimischen Pflanzen oft im Kampf um Ressourcen aus und verursachen Schaden in der Natur. Die Guides von Makutsi identifizieren Gegenden, in denen fremdartige Pflanzen ein Problem sind, entfernen diese per Hand und verbrennen sie. Ein gutes Beispiel für eine fremdartige Pflanze auf Makutsi ist die Prickly Pear, eine mexikanische Kaktusart (siehe Foto).

Wege und Zäune

Das Instandhalten von Wegen und Zäunen ist eine kontinuierliche Aufgabe und wird durchgehend durchgeführt. Die Guides müssen jeden durch Erosion beschädigten oder durch Vegetation zugewachsenen Weg melden. Diese Wege werden dann so effizient wie möglich von den Guides oder den Mitarbeitern repariert.

Der elektrische Zaun rund um das Reservat ist mit einer Stromspannung von 8.000 Volt versehen, genug, um jeden Elefanten zögern zu lassen. Ein elektrischer Zaun ist auch ein gutes Signal an die Menschen ausserhalb des Zauns, dass sich im Reservat potentiell gefährliche Tiere befinden. Der Zaun wird täglich überprüft und instandgehalten, Löcher oder sonstige Schäden werden repariert. Vegetation entlang des Zauns wird entfernt, besonders am unteren Drittel, da dies sonst den Stromfluss unterbrechen kann.

Tierzählungen und Geschlechterverhältnis

Wildreservate in Südafrika sind eingezäunte Bereiche, die die Tiere davon abhalten, auf Farmland zu ziehen. Da es sich damit um geschlossene Areale handelt, muss die Anzahl der Tiere im Reservat regelmässig beobachtet werden, damit die Kapazität des Reservats nicht überschritten wird und so z.B. zu intensives Abgrasen der Vegetation erfolgt.

 Makutsi game count

Makutsi zählt den Tierbestand aller Spezies alle zwei Jahre. Dies erfolgt per Hubschrauber, der das Reservat nach einem vorab festgelegten Muster abfliegt, während zwei Personen die Tiere unterhalb erspähen und zählen. Dadurch erhählt man eine geschätzte Population, anhand der man, mit Hilfe einer Gleichung, die Gesamtpopulation jeder Spezies bestimmen kann. Diese Zahlen werden dann mit den Angaben der Vorjahre verglichen, so dass man Populationsentwicklungen ablesen kann. Hinzugefügt werden die Zahlen der ausgewachsenen Weibchen im Verhältnis zu den Männchen, um eine maximale Produktivität jeder Spezies zu sichern.

Gemeindearbeit

Das Sekororo Stammesgebiet liegt zu Füssen der Drakensberge und ist das Zuhause von über 40 unserer Mitarbeiter. Diese Mitarbeiter sind in unterschiedlichen Positionen auf Makutsi angestellt, vom Reiseführer über Küchenmitarbeiter und Zimmermädchen, bis hin zu Handwerkern und Gärtnern. Durchschnittlich arbeiten diese Mitarbeiter bereits seit 10-20 Jahren für Makutsi und jeder Mitarbeiter understützt 5-10 Familienmitglieder und Freunde in der lokalen Gemeinde. Nach so vielen Jahren als Mitarbeiter auf Makutsi betrachten wir diese Angestellten als unsere erweiterte Familie und verstehen es als eine persönliche Verpflichtung, der Gemeinde etwas zurückzugeben. Dies bedeutet sicherzustellen, dass die Schulen und Kliniken für die Zukunft in Stand gehalten werden, sowie eine respektvolle und freundliche Beziehung zu unseren Nachbarn zu pflegen.

 School at Tribal Village

In den letzten 15-20 Jahren hat Makutsi viele Stunden Arbeit und viel Material in zahlreiche Schulen investiert, mit dem Ziel den Zustand dieser Einrichtungen zu verbessern. Hier nur einige Beispiele, in welchen Projekten Makutsi engagiert ist:

  • Kauf von Baumaterial und Werkzeug wie Backsteine, Zement, Fenster und Rahmen
  • Anstellung von Einheimischen, um die Arbeit zu verrichten, unter der Anleitung von Makutsi Mitarbeitern
  • Bau von Klassenzimmern, Toilettenhäuschen und Wasserversorgung für die Schulen
  • Versorgung mit den einfachen Notwendigkeiten wie Stühlen, Druckern und anderem Schulequipment, ebenso wie das Reparieren von Fenstern, Dächern etc.

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Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei unseren Gästen bedanken, die bei uns Geld- und Sachspenden für die Kinder dieser Schulen hinterlassen haben.